ASCIS - Austrian Spinal Cord Injury Study

Projekt ASCIS

Etwa 3 Millionen Menschen leben derzeit weltweit mit einer traumatischen Querschnittsverletzung. Genaue Zahlen liegen nicht vor, auch nicht für Österreich. Für Österreich schätzt man diese Zahl auf 150 bis 200 pro Jahr. Bei der Akutversorgung erhebt sich die Frage, inwieweit der Zeitfaktor der Operation mit Entlastung des Rückenmarks eine Rolle spielt.

Die bisherige Erforschung der Verletzung des Rückenmarks hat ergeben, dass zwischen einem Primärschaden und einem Sekundärschaden unterschieden wird. Bei einem Primärschaden handelt es sich um die Durchtrennung von Nervenfasern – bei einem Sekundärschaden um die durch die Läsion entstehende Schwellung, die zur Einengung im Rückenmarkskanal führen kann. Bei der Operation geht es um die möglichst rasche Entlastung des eingeengten Rückenmarks, um den Sekundärschaden so gering wie möglich zu halten.

Darüber hinaus ist von Interesse, ob und inwieweit es sonstige Maßnahmen gibt, die in der Akutphase den klinischen Ausgang der Verletzung beeinflussen können. Gerade in den ersten Tagen wird eine Phase immunologischer Abwehrschwäche durchlaufen, deren Einfluss auf den Ausgang des neurologischen Geschehens noch unbekannt ist. Klinische Studien sind hier erforderlich. 

Um einen Beitrag zu dieser derzeit überaus unbefriedigenden Situation mit den vielen offenen Fragen zu liefern, haben die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg gemeinsam eine österreichweite Studie gestartet, um einerseits epidemiologische Daten zu erheben und andererseits Antworten auf die Frage der Bedeutung des Zeitpunktes des operativen Vorgehens zu bekommen. Darüber hinaus sind klinische Studien mit Einsatz von Medikamenten in der Frühphase der Verletzung notwendig und geplant.

Prim. Prof. Dr. Herbert Resch
Dir. Dr. Andreas Greslehner